
Neuseeland
Neuseeland ist ein Inselstaat im südlichen Pazifik und besteht aus einer Nord- und einer Südinsel, sowie zahlreichen kleineren Eilanden. Das Land lässt sich weder geografisch noch kulturell eindeutig einem bestimmten Kontinent zuordnen. In Bezug auf die Kultur ist das Heimatland der Kiwis sowohl mit dem europäisch geprägten Australien, als auch mit dem polynesischen Teil Ozeaniens verbunden. Die Nordinsel tendiert dabei eher in Richtung der Polynesier, während auf der Südinsel europäische Gepflogenheiten überwiegen. Der gesamte Inselstaat ist rund 270.000 Quadratkilometer groß und nimmt damit in etwa die Fläche Großbritanniens ein. Die Einwohnerzahl von derzeit lediglich ca. 4 Millionen entspricht dagegen ungefähr der Bevölkerungsrate der von Rheinland-Pfalz. Wellington, die Hauptstadt Neuseelands mit ihren circa 180.000 Einwohnern liegt an der südlichen Spitze der Nordinsel des Staates und ist damit die am südlichsten gelegenen Hauptstadt auf der Erde.
Neuseeland wird von den Maori traditionell "Aotearoa", zu Deutsch: "Das Land der langen weißen Wolke" genannt. Man findet innerhalb des Landes zahlreiche Naturschönheiten, wie beispielsweise bizarre Gebirge, ursprüngliche Urwaldgebiete, Fjorde mit dunkelblauem Wasser, Geysire und herrliche lange weiße Strände. Das von seinen niederländischen Entdeckern in Anlehnung an deren Provinz Seeland 1642 als "Neuseeland" betitelte Land wird ähnlich wie Irland von Auswärtigen oft auch als "Grüne Insel" bezeichnet, was vor allem an der sehr dünnen Besiedelung und der damit verbundenen Unberührtheit der Natur liegt. Die Vegetation Neuseelands ist aufgrund der isolierten Lage des Inselstaates vielfach endemisch, also einzigartig. Die verschiedenen Vegetations- und Klimazonen auf Nord- und Südinsel tragen überdies zu einer vielfältigen Tierwelt bei, die bis zur Ankunft der ersten Europäer im 16. Jahrhundert beinahe ausschließlich aus Vögeln und Beuteltieren bestand. Säugetiere gab es bis zu jenem Zeitpunkt auf Neuseeland nicht. Die von den Europäern mit ins Land gebrachten Säuger haben bis heute meist keine natürlichen Feinde auf den Inseln und konnten sich darum vielfach schon so stark vermehren, dass dadurch andere einheimische Tiere verdrängt wurden. Bei den domestizierten Säugetieren hat sich vor allem ein Spitzenreiter herauskristallisiert. Ähnlich, wie in Irland leben nämlich auch auf Neuseeland heute sieben bis acht Mal mehr Schafe als Menschen.

Während auf der Nordinsel subtropisches Klima mit relativ geringen Temperaturunterschieden herrscht, verfügt die Südinsel über gemäßigtes Klima mit starkem Schneefall während des Winters. Das größte zusammenhängende besiedelte Gebiet ist die Gegend um Auckland an der Nordspitze der Nordinsel. Hier lebt rund ein Viertel der gesamten neuseeländischen Bevölkerung. Die Amtssprachen des Staates sind bis heute die einander gleich gestellten Sprachen Englisch und Maori. Neuseeland war 1893 das erste Land auf der ganzen Erde, in dem Frauen ein Wahlrecht eingeräumt wurde. Bis heute gelten die Neuseeländer als äußerst demokratisch und weltoffen denkendes Volk, wenn auch mittlerweile die Einwanderungsbedingungen ins Land stärker reglementiert worden sind.
Die Regierungsform des Landes fußt auf einer parlamentarischen Monarchie und orientiert sich stark am Vorbild der Briten, deren Königin ElisabethII. aufgrund Neuseelands Zugehörigkeit zum Commonwealth auch das neuseeländische Staatsoberhaupt ist. Neuseelands Ureinwohner - die Maori - werden in die demokratische Struktur des Landes mit eingebunden, indem bei Wahlen eine bestimmte Anzahl der Parlamentssitze für sie reserviert sind.
